Urogynäkologie
Chirurgische Eingriffe bei vaginalen Senkungen und Harninkontinenz (Urogynäkologie)
Beckenbodenschwäche, Harninkontinenz und Senkungen sind häufige, aber oft unterschätzte Beschwerden, die durch Schwangerschaft, Geburten, Übergewicht, hormonelle Veränderungen in der Menopause oder schwere körperliche Belastungen ausgelöst werden können. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig – von konservativen Therapien bis hin zu chirurgischen Eingriffen.
Eingriffe bei Inkontinenzbeschwerden:
Initial werden Sie im Rahmen unserer Urogynäkologie-Sprechstunde genau untersucht und konservativ therapiert. Sollten medikamentöse Behandlungen, Einsatz von Pessaren und Physiotherapie nicht den erhofften Erfolg bringen, bieten wir folgenden operativen Eingriff an:
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Tension-Free Vaginal Tape (TVT): Ein Bändchen wird unter die Harnröhre gelegt, um diese zu stützen und den ungewollten Urinfluss zu verhindern. Der Eingriff ist risikoarm und kann auch in Teilnarkose durchgeführt werden. Die Erfolgsrate beträgt: 70-90%.
Eingriffe bei Senkungsbeschwerden:
Vaginale Senkungen (Genitaldescensus) sind das Absenken von Organen wie der Blase, der Gebärmutter und dem Enddarm. Dies führt oft zu Beschwerden wie ungewolltem Urinverlust, häufigem Harndrang, Druckgefühl im Beckenbereich oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Auch hier werden initial konservative Massnahmen angewendet, wie Oestrogen-Cremes oder Beckenbodentraining. Ausserdem bieten wir folgende operativen Möglichkeiten an:
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Vordere Raffung (Kolporaphie): Bei einer Blasensenkung wird das Bindegewebe zwischen Blase und Scheide mit einer Naht gestrafft. Diese Methode ohne Netzmaterial ist bewährt und eignet sich besonders bei weniger schwerer Senkung.
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Hintere Raffung: Eine Operation zur Stabilisierung der hinteren Vaginalwand, um das Absenken des Enddarms zu verhindern. Erfolgsrate: 70-95%.